Aktuelles · Stand 27. September 2026
Bargeld oder Karte: Was kostet dich was?
Bargeld wirkt kostenlos: keine Gebühr, das Geld ist sofort da. Die Bundesbank hat nachgerechnet, was Bargeld Betriebe wirklich kostet. Der größte Posten ist nicht die Bank, sondern deine Zeit und die deines Teams.
1. Was Bargeld wirklich kostet
Die Deutsche Bundesbank hat 2025 rund 13.000 Zahlungen an Kassen gemessen und 268 Betriebe befragt, auch aus der Gastronomie. Ergebnis: Eine Barzahlung kostet den Betrieb im Schnitt 0,43 €, das sind 2,3 % vom Umsatz. In der Gastronomie sind es sogar 3,6 %, weil die Beträge kleiner sind.
Von diesen 0,43 € sind 0,26 € Arbeitszeit. Und nur rund 30 % davon fallen an der Kasse an. Der Rest steckt in dem, was keiner sieht: Kasse zählen, Kassenbericht schreiben, Wechselgeld besorgen, zur Bank fahren, einzahlen. Dazu kommen Gebühren der Bank, vor allem für Münzen.
Und es wird teurer: Seit 2019 sind die Kosten je Barzahlung um rund 80 % gestiegen. Gründe laut Bundesbank sind höhere Löhne, weniger Barzahlungen bei gleichen Fixkosten und weniger Bankfilialen und Automaten. Die Wege werden länger.
2. Was Kartenzahlung kostet
Karte kostet eine Gebühr je Zahlung, das ist der sichtbare Teil. Am günstigsten ist die girocard: Die Bundesbank hat im Schnitt 0,2 % Gebühren und 0,8 % Gesamtkosten vom Umsatz gemessen. Kreditkarten kosten mehr, weil die Gebühren höher sind. Die Entgelte der kartenausgebenden Banken sind in der EU gedeckelt, bei Verbraucher-Debitkarten auf 0,2 %, bei Kreditkarten auf 0,3 %. Dazu kommen die Aufschläge des Zahlungsanbieters.
Ehrlich gesagt: Kleine Betriebe zahlen oft deutlich mehr. Bei Betrieben mit 1 bis 9 Beschäftigten hat die Bundesbank für girocard 3,8 % Gesamtkosten gemessen, mehr als für Bargeld (3,0 %). Der Grund sind meist alte Verträge, teure Terminalmiete und feste Beträge je Zahlung. Ob sich Karte für dich rechnet, hängt also an deinen Konditionen. Einfacher wird es mit einer Blended Rate: ein fester Satz für alle gängigen Karten, egal ob girocard oder Kreditkarte. Bei Vectron SMART sind das 1,29 %, bei Shift4 One ohne Grundgebühr ebenfalls 1,29 %. So weißt du vorher, was jede Zahlung kostet.
3. Schneller an der Kasse
An der Kasse gemessen: Kontaktlos ohne PIN dauert eine Zahlung 15 Sekunden, mit Handy oder Uhr 14 Sekunden. Bargeld braucht 19 Sekunden, eine gesteckte Karte mit PIN 26 Sekunden. Kontaktlos ist also am schnellsten, gerade wenn die Schlange lang ist.
4. Deine Zeit
Im Beispiel unten zählt ein Café jeden Tag 15 Minuten Kasse und fährt einmal pro Woche zur Bank. Das sind im Jahr rund 104 Stunden, also etwa 13 volle Arbeitstage. Zeit, in der du bei deinen Gästen, in der Küche oder zu Hause sein könntest. Mit Karte bleibt ein kurzer Abgleich der Auszahlungen.
5. Was für Bargeld spricht
- Es läuft ohne Technik. Fällt das Netz oder das Kartenterminal aus, kassierst du bar weiter. Bei einer bundesweiten Störung von Kartenterminals 2022 ging tagelang nur Bargeld. Plane also immer einen Weg ohne Karte ein.
- Keine Gebühr je Zahlung und das Geld ist sofort da.
- Viele Gäste wollen bar zahlen können. 45 % aller Einkäufe liefen 2025 noch bar, und 80 % der Menschen finden es wichtig, dass das so bleibt.
Bargeld abschaffen musst du also nicht. Aber je mehr deiner Gäste mit Karte zahlen, desto weniger zählst du, desto seltener fährst du zur Bank und desto weniger Münzen zahlst du ein.
6. Deine Gäste zahlen immer öfter mit Karte
2025 wurden erstmals mehr Einkäufe unbar bezahlt als bar: 55 % zu 45 %, sagt die Bundesbank. Im Einzelhandel laufen laut EHI schon 65 % des Umsatzes über Karte. Und die Bundesregierung plant, dass Betriebe neben Bargeld mindestens eine digitale Zahlungsart anbieten müssen. Beschlossen ist das noch nicht, mehr dazu im Beitrag Kassenpflicht ab 2028.
Was du jetzt tun kannst
- Miss eine Woche lang, wie lange Zählen, Kassenbericht und Bankweg wirklich dauern, und schau in dein Preisverzeichnis der Bank. Dann rechne oben mit deinen Zahlen.
- Prüf deine Kartenkonditionen. Alte Verträge mit Grundgebühr, Terminalmiete und festen Beträgen je Zahlung sind oft teurer als nötig.
- Mach Karte leicht. Terminal an der Kasse angeschlossen, damit der Betrag automatisch übertragen wird, und kontaktlos freigeschaltet.
- Leg einen Plan B fest für den Fall, dass Netz oder Terminal ausfallen.
Kartenzahlung ohne Grundgebühr für 1,29 % je Zahlung, auch zu deiner bestehenden Kasse: Kartenzahlung bei RKZ. Wie sich das anfühlt, zeigt unser Kassenspiel Bargeld gegen Karte: Mach den Tagesabschluss einmal mit Bargeld und einmal mit Karte.
Quellen: Deutsche Bundesbank, Kosten von Zahlungsmitteln im Einzelhandel (28.11.2025); Deutsche Bundesbank, Zahlungsverhalten in Deutschland 2025 (17.06.2026); EHI-Studie Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026 (über bankingclub.de); Verordnung (EU) 2015/751; abgerufen am 27.09.2026. Die Beispielrechnung beruht auf eigenen Annahmen, die du im Rechner ändern kannst. Das ist ein Überblick, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Preise netto zzgl. MwSt.